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Myofunktionelle Therapie

Bei einer myofunktionellen Störung sind Muskelspannung und Bewegungsmuster der äußeren und inneren Mundmuskulatur in einer Weise gestört, dass es zu falscher Zungenruhelage, falschem Schluckmuster und/oder Aussprachestörungen kommen kann.

Mögliche Folgeerscheinungen:

Ursachen für eine myofunktionelle Störung können sein:

Typische Befunde sind:

Was kann man tun?

Bereits im Säuglingsalter kann durch ausreichend langes Stillen die Grundlage für eine gute Gesichtsmuskelbalance gelegt werden, indem die Mund- und Zungenmuskeln durch die natürliche Ernährung in ihren physiologisch richtigen Bewegungen trainiert werden. Kann auf eine Flaschenernährung nicht verzichtet werden, sollte der Sauger eine natürliche Form besitzen, wodurch die Zunge nicht auf den Mundboden gedrückt wird. Auf keinen Fall darf die am Sauger befindliche Öffnung nachträglich vergrößert werden.
Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Nuckeln an Schnuller, Teeflasche oder anderen Objekten sollten möglichst frühzeitig abgewöhnt werden, um einer Verformung des Kiefers oder einem lutschoffenen Biss vorzubeugen.
Liegt bereits ein offener Biss vor, kann bereits ab dem 3. Lebensjahr durch den Einsatz einer sog. Mundvorhofplatte eine Korrektur eingeleitet werden.
Bis zum 10. Lebensjahr kann sich ein fehlerhaftes Schluckverhalten noch selbst korrigieren. Danach ist eine Veränderung des Schluckens nur noch mit therapeutischer Unterstützung möglich.

Wie läuft eine myofunktionelle Therapie ab?

Zunächst wird großer Wert gelegt auf die Abgewöhnung eventuellen Lutschverhaltens an Fingern, Schnullern oder anderen Objekten. Danach folgt die Bewusstmachung und Einübung der korrekten Zungenruhelage. Zusätzlich werden Übungen zur Kräftigung und Flexibilisierung der Zungen- und Gesichtsmuskeln erlernt.
Das Einüben des korrekten Schluckvorganges beginnt im Allgemeinen mit dem bewussten Schlucken fester Nahrung und wird im weiteren Verlauf dann auch auf das Flüssigschlucken ausgedehnt. Können ganze Mahlzeiten und Getränke richtig geschluckt werden, ist es wichtig, dass das neue Verhalten das bisherige Schluckmuster ersetzt und immer öfter "automatisch" abläuft.

Ziele der Therapie sind:

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