Was ist Logopädie?
"Das menschlichste, was wir haben ist doch die Sprache,
und wir haben sie, um zu sprechen."
— Theodor Fontane (1819-1898)
Logopädie hilft Menschen dabei eine durch Krankheit, Verletzung, Behinderung oder noch nicht
vorhandene zwischenmenschliche Kommunikationsfähigkeit (wieder) zu erlangen.
Logopädie leitet sich vom altgriechischen
logos = Wort und
pädie= erziehen, unterrichten,
bilden ab.
Die zwischenmenschliche Kommunikation kann durch diverse Beeinträchtigungen gestört sein,
z.B. durch Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigungen.
Die Logopädie beschäftigt sich mit diesen Menschen und hilft ihnen ihre Beeinträchtigungen
best möglich zu verbessern und mit ihnen leben zu lernen.
Was kann erreicht werden:
- bestmögliche Verbesserung und Nutzung der sprachlichen Fähigkeiten
- noch erhaltene Fähigkeiten werden stabilisiert und gefördert
- sprechmotorische Kontrolle wird hergestellt, um wieder natürlicher und verständlicher
sprechen zu können
- Schluckfunktion wird verbessert oder wieder hergestellt
- von Redeflussstörung zum fließenden Sprechen oder flüssigen Stottern
- Aussprache und Sprechablauf kann besser und gezielter gesteuert werden
- verlangsamen des Sprechtempos
- verbessern der Artikulation
- ständiger ökonomischer Stimmgebrauch, um bestmögliche Stimmfunktion zu erreichen
- nasalen Klang auf ein natürliches Maß ändern
Je nach Krankheitsbild werden unterschiedliche Maßnahmen der Logopädie individuell zusammengestellt.
Mögliche Einzelmaßnahmen sind:
- erarbeiten von Wortfindungsstrategien, wie z.B. Umschreiben, Synonyme
- mundmotorische Übungen
- Atemübung, z.B. Einteilen von Sprechphasen
- Stimulation durch Gesichtsmassagen z.B. Temperaturveränderung innerhalb und außerhalb des Mundes
- Schlucktechniken werden trainiert
- Muskulatur wird aufgebaut (Widerstandsübungen)
- Erlernen von verschiedenen Sprechtechniken, z.B. Ausrichtung auf Atmung oder Tempo
- Sprechblockaden werden analysiert und gelöst
- Eigenwahrnehmung wird gefördert
- Sprechplanung
- Aussprachetraining
- Anwenden von physiologischer Sprechatmung
- Haltungsaufbau und Lockerungsübungen
- Stimmübungen
- verschiedene Luftstromlenkungs- und Dosierungsübungen z.B. Ansaug- und Pusteübungen
- Beratung für Angehörige
Zu Beginn der Therapie steht ein Erstgespräch. Hier werden die Ziele und Probleme besprochen und der weitere
Therapieverlauf besprochen.
Neben Diagnose und Therapie spielt auch die Beratung von Angehörigen, v.a. bei Kindern, eine wichtige Rolle.
DEFINITION:
"Prävention, Diagnostik, Therapie und Beratung von Patienten mit Stimm-, Sprech- oder Sprachstörungen
durch einen Logopäden."
— Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch)
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