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Erklärungen der Begriffe in der Logopädie

Angehörigenberatung

Oft sind Angehörige unserer Patienten in bestimmten Alltagssituationen überfordert oder wissen nicht, wie sie angebracht in diesen reagieren sollen. Sie fühlen sich alleine gelassen.
Durch Angehörigenberatung und -anleitung wird die Interaktion zwischen Symptomträger und Angehörigen verbessert und alle Beteiligten fühlen sich wohler. Wir helfen gerne und beraten Angehörige vom gesamten Bereich unserer Therapieangebote, angefangen bei Eltern von verhaltensauffälligen Kindern, über Angehörige von Menschen mit neuronalen Erkrankungen bis hin zu Angehörigen von geriatrischen Erkrankungen, wie Alzheimer und Demenz.

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Aphasie

Eine Aphasie ist eine Störung der Sprache, die immer durch eine Hirnschädigung verursacht wird.
Die häufigste Ursache dafür ist ein Schlaganfall. Aber auch andere Einflüsse wie beispielsweise Hirnverletuzngen durch Verkehrsunfälle, Hirntumore oder Hirnentzündungen können zu einer Aphasie führen.

Eine Aphasie betrifft alle sprachlichen Modalitäten, d.h. Verstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben. Wörtlich bedeutet Aphasie "Sprachverlust", jedoch geht die Sprache eigentlich nie ganz verloren. Aphasien zeigen vielmehr eine Vielfalt an Störungsformen und Schweregraden - keine Aphasie ist wie die andere.

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Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen

Bei der Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) fallen ein oder mehrere Leistungen der auditiven Verarbeitung oder Wahrnehmung aus.

Die verschiedenen Leistungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung, die jeweils einzeln ausfallen können sind:

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Demenz

Bei einer Demenz handelt es sich um eine fortschreitende Verlust erworbener, geistiger Leistungsfähigkeiten. Demenz tritt fast immer, aber nicht ausschließlich im Alter auf. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Orientierung (zu Zeit, Ort, Person und Situation), die Sprache und die Motorik, nur bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen.

Heute sind verschiedene, aber nicht alle Ursachen von Demenz geklärt und einige Formen können in gewissen Umfang behandelt werden, d. h. die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden.

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Dysarthrie

Die Dysarthrie, auch Dysarthrophonie oder Dysarthropneumophonie ist eine Störung der Sprechmotorik, Phonation und/oder Sprechatmung bedingt durch Schädigungen von Hirnnerven oder motorischer Hirnareale (motorischer Cortex, Basalganglien, Kleinhirn).

Darunter versteht man Aussprachestörungen infolge Erkrankungen der zentralen Bahnen und Kerne der Nerven, die am Sprechvorgang wesentlich beteiligt sind.
Ursachen sind meist Schädel-Hirn-Traumata, Tumore, entzündliche Erkrankungen oder cerebrovaskuläre Störungen(Hirnblutungen, Schlaganfall).

Dysarthrien können sich durch eine undeutliche, verwaschene Artikulation, Veränderungen der Stimmqualität, der Sprechmelodie oder des Sprechtempos sowie Störungen der Rhythmik oder Dynamik des Sprechens äußern.

Die Maximalform mit völliger Unfähigkeit, sprachähnliche Laute zu produzieren, wird als Anarthrie bezeichnet.

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Dysphonie

Ist der Stimmklang oder die stimmliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, spricht man von einer Dysphonie (Stimmstörung). Die Ursachen können organisch, funktionell oder psychogen bedingt sein. Daher ist eine genaue Differenzialdiagnostik erforderlich, die auch die individuelle Berwertung der Beschwerden und die Auswirkungen im psychosozialen Bereich mit einbezieht.

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Entwicklungsdiagnostik:

Entwicklungsdiagnostik bezieht sich auf einen umschriebenen Bereich der Leistungsdiagnostik im Kindesalter. Sie dient dazu, im Rahmen moderner Förder- und Therapiekonzepte abweichende Entwicklungen bereits frühzeitig entgegenzuwirken.

Zusätzlich von Bedeutung sind solche Verfahren, die sich in der Erfassung entwicklungsbezogener Leistungsdaten auf eine Fremdeinschätzung (z.B. Eltern- oder Erzieherurteil) stützen.

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Hausbesuch

Bei einem Hausbesuch kommt der Therapeut in die Wohnung oder soziale Einrichtung des Patienten mit dem Ziel, die häuslichen Gegebenheiten kennen zu lernen oder die Behandlung in der häuslichen Umgebung durchzuführen, da der Patient unsere Praxis nicht aufsuchen kann.

Der Hausbesuch verbindet die medizinische Diagnose mit der Lebenswelt des Patienten. Die Art und Weise von therapeutischen Aktivitäten ist abhängig von den Wünschen, Bedürfnissen und Beeinträchtigungen des Patienten und der Umwelt.

Bei einem Hausbesuch hat der Therapeut die Möglichkeit, in die Welt des Patienten Einblick zu erhalten. Je besser er den Patienten, seine Lebensgeschichte und seine Umwelt kennt und versteht, desto schneller kann er mit ihm die Ziele herausarbeiten und geeignete Lösungen finden.

Hausbesuche werden in Absprache mit uns durchgeführt und müssen vom Arzt verordnet sein. Eine einmalige Beratung zur Integration in das häusliche Umfeld führen wir bei Bedarf durch.

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Hemiplegie

Hemiplegie bzw. Hemiparese bedeutet Halbseitenlähmung und wird vornehmlich durch einen Schlaganfall verursacht. Über 70% der Betroffenen sind über 60 Jahre alt.
Eine Hemiplegie wirkt sich auf die Bereiche Motorik, Sensorik, vegetatives System und Psyche aus.
Ist die rechte Hirnhälfte betroffen, sind die räumliche und zeitliche Orientierung der Patienten beeinträchtigt. Gleichzeitig wird die linke Körperhälfte nicht mehr wahrgenommen.
Ist die linke Hirnhälfte betroffen, führt dies zu einer rechtsseitigen Lähmung des Patienten. Es kommt zu sprachstörungen (Aphasie), Wortfindungsstörungen oder totalem Sprachverlust. Die rechte Körperseite wird negiert.
Beide Patientengruppen können einen Neglect haben, was bedeutet, dass Reize der betroffenen Seite nicht mehr oder nur noch eingeschränkt wahrgenommen werden.
Weiter kann es zu Konzentrationsstörungen, Affektstörungen und Depressionen kommen.

In der Behandlung arbeiten Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden eng zusammen.

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Hilfsmittelberatung

Hilfsmittel werden benutzt, um eine bestehende Behinderung auszugleichen, abzumildern oder möglichen Folgeschäden vorzubeugen. Außerdem wird die Selbständigkeit des von einer Erkrankung Betroffenen ganz oder teilweise wieder hergestellt.

Hilfsmittel kommen insbesondere zum Einsatz bei

Hilfsmittel werden in einer fast unüberschaubaren Fülle angeboten. Nicht jedes Hilfsmittel ist jedoch brauchbar und angemessen. Unsere Therapeuten beraten, leiten an und helfen bei der Auswahl. Somit ist eine bedarfsgerechte und kostengünstige Versorgung möglich.

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Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS)

Von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) oder Legasthenie sprechen wir, wenn ein Kind das Lesen oder Schreiben in der dafür vorgesehenen Zeit nicht oder nur sehr unzureichend erlernt hat. Oft ist in diesem Fall auch das allgemeine Verhalten auffällig: Resignation, Aggressivität, Schulangst u.ä.

LRS-Symptome

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Myofunktionelle Therapie

Bei einer myofunktionellen Störung sind Muskelspannung und Bewegungsmuster der äußeren und inneren Mundmuskulatur in einer Weise gestört, dass es zu falscher Zungenruhelage, falschem Schluckmuster oder Aussprachestörungen kommen kann.

Ursachen für eine myofunktionelle Störung können sein:

Wie läuft eine myofunktionelle Therapie ab?

Zunächst wird großer Wert gelegt auf die Abgewöhnung eventuellen Lutschverhaltens an Fingern, Schnullern oder anderen Objekten. Danach folgt die Bewusstmachung und Einübung der korrekten Zungenruhelage. Zusätzlich werden Übungen zur Kräftigung und Flexibilisierung der Zungen- und Gesichtsmuskeln erlernt.
Das Einüben des korrekten Schluckvorganges beginnt im Allgemeinen mit dem bewussten Schlucken fester Nahrung und wird im weiteren Verlauf dann auch auf das Flüssigschlucken ausgedehnt. Können ganze Mahlzeiten und Getränke richtig geschluckt werden, ist es wichtig, dass das neue Verhalten das bisherige Schluckmuster ersetzt und immer öfter "automatisch" abläuft.

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Poltern

Beim Poltern handelt es sich um eine schnelle, überstürzte Sprechweise, bei der Silben und ganze Wörter wiederholt werden. Das Poltern tritt meist in Verbindung mit anderen Störungen auf, z. B. mit Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Rechtschreibstörungen oder Stottern.

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Redeflussstörungen

Eine Redeflussstörung ist eine Störung des Sprechens, welche durch Unterbrechungen des Sprechablaufs, Pausen, Wiederholungen und Einschübe gekennzeichnet ist.

Zu den Störungen des Redeflusses gehören

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Dysphagie / Schluckstörungen

Eine Dysphagie oder Schluckstörung tritt auf, wenn eine der am Schluckakt beteiligten Strukturen in ihrer Funktion bzw. deren Zusammenwirken beeinträchtigt ist. Somit können alle Erkrankungen und Leiden im Bereich der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre und des Mageneingangs, daneben vor allem auch neurologische Probleme sowie psychische Störungen eine ursächliche Rolle spielen. Die Dysphagie kann mit oder ohne Schmerzen einhergehen.

Mögliche Symptome einer Schluckstörung sind:

Körperliche Ursachen:

Psychische Ursachen:

Es gibt in jeder Schluckphase therapeutische Interventionsmöglichkeiten durch die Sprach- und Schlucktherapie. Ziele sind zunächst die Wiederherstellung der intraoralen Sensibilität und der Aufbau der Schutzreflexe (Würgreflex, Hustenreflex, Schluckreflex).

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Sprachentwicklungsstörungen

Ein Kind erwirbt in den ersten Lebensjahren die Sprache. Hier sind manche Kinder sehr schnell, andere brauchen länger. Treten jedoch Verzögerungen oder Störungen im Bereich der Sprachentwicklung auf, bekommt das Kind spätestens bei der Einschulung erhebliche Schwierigkeiten. Die Auswirkungen können jedoch auch bis ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter reichen. Es wird zwischen folgenden Sprachebenen unterschieden:

Meist sind mehrere Ebenen gleichzeitig betroffen.

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Sprachentwicklungsverzögerung

Unter einer Sprachentwicklungsverzögerung versteht man die zeitliche Verzögerung des Spracherwerbs bei einem Kleinkind.

Normalerweise beginnt ein Baby im Alter von etwa einem Jahr erste Wörter zu bilden, nachdem es vorher gebrabbelt oder Silben gebildet hat.
Erfolgt diese Entwicklung später, beispielsweise erst mit zwei Jahren, spricht man von einer Sprachentwicklungsverzögerung.

Sprachentwicklungsverzögerungen können verschiedene Ursachen haben, z. B. ungenügende sprachliche Anregung.
Häufiger sind jedoch medizinische Ursachen wie Innenohrschwerhörigkeit oder Schallleitungsschwerhörigkeit, Gehörlosigkeit, geistige Behinderung, Autismus.
Auch eine über längere Zeit durchgeführte künstliche Beatmung des Babys kann zu einer Verzögerung der Lautbildung und des Sprechenlernens führen.

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Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist wie die Dysarthrie eine neuronal bedingte Sprechstörung. Hier sind die Planung und die Programmierung von Sprechbewegungen beeinträchtigt. Durch Artikulationsfehler und eine unflüssige Ausdrucksweise ist die Verständlichkeit oftmals erheblich eingeschränkt.

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Stimmstörungen

Die Stimmstörung, auch Dysphonie genannt ist eine Beeinträchtigung des stimmlichen Teils der Artikulation bei Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Kehlkopfes und des Ansatzrohres.

Die Stimme klingt je nach Befund und Ausprägung heiser, rau, belegt oder behaucht. Die Stimme ist oftmals nicht mehr "flexibel".
Der Sprechende fühlt sich unwohl, verspürt ein Gefühl von Trockenheit oder ein Fremdkörper-/Kloßgefühl im Hals und räuspert sich oft zwanghaft.

Stimmstörungen können organische und funktionelle Ursachen haben.

Funktionelle Stimmstörungen werden in einer gezielten Stimmtherapie durch Einstellung auf die physiologische Stimmgebung behandelt.

Bei organischen Stimmstörungen kommen je nach Befund meist operative Verfahren zum Einsatz.

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Stottern

Das Stottern bezeichnet eine Störung der Sprechflüssigkeit, die sowohl hirnorganische, als auch psychische, konstitutionelle oder traumatische Ursachen haben kann. Der Redefluss wird durch das Wiederholen von Lauten, Silben oder Worten unterbrochen. Es kommt weiterhin zu Lautveränderungen, sowie Blockaden und Muskelverspannungen. Das Stottern wirkt sich außerdem auf die Atmung und manchmal auch auf die Körperbewegung aus.

Meist beginnt das Stottern im (Vor-)Schulalter und kann u. U. chronifizieren, so dass es bis ins Jugend- und Erwachsenenalter bestehen bleibt. Nicht selten führt das Stottern, insbesondere bei extremer Ausprägung, zu psychosozialen Beeiträchtigungen, wenn Betroffene aus Angst vor Kommunikation Kontakte zu Mitmenschen vermeiden und so zunehmend in Isolation geraten. Die Lebensqualität kann sehr stark eingeschränkt sein. Gerade bei lang bestehender Symptomatik kann das Therapieziel eher ein besserer Umgang mit dem Stottern als ein Verschwinden jeglicher Symptomatik sein.

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