| Magersucht: |
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Magersucht: Typisch für Magersucht (anorexia nervosa)
Magersüchtige sind von ihrem äußeren Erscheinungsbild auffallend dünn. Bei einem
Body-Mass-Index (BMI) von unter 17,5 liegt der Verdacht einer Magersucht nahe. Weiter kennzeichnend ist
das Ausbleiben der Regelblutung bei Frauen, sowie Kopfhaarausfall und Zunahme der Körperbehaarung.
Die Betroffenen frieren schnell und haben einen niedrigen Blutdruck und Puls. Sie sind hoch sensibel
für die Bedürfnisse anderer und können sich verbal gut mit Freunden, Bekannten und Verwandten
auseinander setzen. Der Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt ist ihnen jedoch sehr schwer möglich.
Daher ist es auch für nahestehende Personen schwer, sie emotional zu erreichen und zu
stützen.
Weitere Merkmale der Magersucht:
- fehlender Kontakt zum Körper und dessen Bedürfnissen
- Der Körper wird als Feind erlebt und bekämpft.
- ständiges Wiegen und Sich-zu-dick-fühlen
- Der Kopf kontrolliert und steuert.
- Kontrolle vermittelt das Gefühl, autonom und selbständig zu sein.
- Manchmal übertriebene Sparsamkeit und extremer Reinlichkeitssinn, Ablehnung jeglicher
lustbetonter Betätigung, eine ausgesprochen spartanische Lebensweise.
- Rückzugsverhalten.
- "Schwarz-"Weiß-Denken" und depressive Verstimmungen
- ritualisiertes Essverhalten
- extrem langsames Essen, extrem heiß oder kalt essen
- Verzehr von Baby- oder Kindernahrung, breiige Kost
- Bevorzugung von kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken, meist sehr einseitige
Nahrungsauswahl
- Essen vortäuschen, Kauen und Ausspucken
- kochen, backen, Rezepte sammeln und andere zum Essen animieren
- vieles im Tätigkeiten im stehen verrichten (z. B. Lesen)
- sich Kälte aussetzen
- exzessiv Sport treiben
- Tragen von schweren Taschen/Rucksäcken
- mangelnde Krankheitseinsicht, dadurch schlechte Compliance
WICHTIG: Dringender Handlungsbedarf für Angehörige und Freunde besteht, wenn
Betroffene apathisch reagieren, nur noch mit leiser Stimme sprechen, kraftlos sind und beim kleinsten
Konflikt mit Weinen reagieren. Dies sind Alarmsignale, die als ersten Schritt einen Arztbesuch
nötig machen. Bei sehr starkem Untergewicht wird meist eine stationäre Behandlung erforderlich.
Betroffene dazu zu zwingen, therapeutische Hilfe anzunehmen, ist sinnlos. Es ist wichtig, dass
Angehörige sich bei fehlender Krankheitseinsicht der Betroffenen an eine Beratungseinrichtung
wenden und sich Hilfe holen.
Die Mortalität liegt bei 10%!!!
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