| Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS): |
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Von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) oder Legasthenie sprechen wir, wenn ein Kind das Lesen oder
Schreiben in der dafür vorgesehenen Zeit nicht oder nur sehr unzureichend erlernt hat.
Oft ist in diesem Fall auch das allgemeine Verhalten auffällig: Resignation, Aggressivität,
Schulangst u.ä.
Der Begriff Legasthenie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem ungarisch-österreichischen
Neurologen Ranschburg geprägt.
Im deutschsprachigen Raum etablierte sich der Begriff der Lese-Rechtschreib-Schwäche sowie das
Kürzel LRS. Mit der Revision der so genannten "LRS-Erlasse" in den 90er-Jahren wurde die
Terminologie aus den Texten der Kultusbehörden verbannt und durch den Begriff
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten ersetzt. Das Kürzel "LRS" steht hierin jetzt nur noch für
diesen Begriff.
LRS-Symptome
Lesen
- Häufige Fehler beim lauten Lesen
- Zahlreiche Selbstkorrekturen
- Langsames bzw. mühsames Erlesen von Wörtern
- Silbenweises Lesen von Wörtern
- Wortweises Lesen von Sätzen und Texten
- Probleme bei der Verschmelzung von Einzellauten zu Lautfolgen
- Probleme bei der Sinnentnahme
Schreiben
- Häufige Fehler beim Abschreiben
- Zahlreiche Fehler in Diktaten oder Aufsätzen
- Verwechslung visuell ähnlicher Buchstaben (z.B.: "dlau" statt "blau")
- Verwechslung von Buchstaben, die ähnliche Laute repräsentieren (z.B.: "krün"
statt "grün")
- Auslassung von Buchstaben, so dass sich die Klanggestalt des Wortes ändert
(z. B.: "Apfe" statt "Apfel")
- Auslassung von ganzen Wörtern und längeren Wortteilen (z.B.: "Fernseh" statt
"Fernsehzeitung")
- Vertauschung der Buchstabenreihenfolge (z. B.: "Fabirk" statt "Fabrik")
- Häufige Fehler aufgrund der Nichtbeachtung bestimmter Rechtschreibregeln (z.B.: "Bager"
statt "Bagger")
- Schreibhemmung
Gesprochene Sprache
- Verwaschene Artikulation
- Stockendes Sprechen
- Wortschatzarmut
- Wortfindungsstörungen
- Häufige Bildung von grammatisch bzw. syntaktisch inkorrekten Ausdrücken
Merkfähigkeit
- Geringe auditive Merkfähigkeit (z.B. beim Vokabellernen)
- Geringe visuelle Merkfähigkeit (z.B. beim Einprägen von neuen Wortbildern)
Motorik
- Allgemeine Ungeschicktheit
- Verkrampfte Schreibhaltung
- Undeutliches Schriftbild
- Langsames Schreiben
Verhaltensauffälligkeiten
- Reduziertes Selbstwertgefühl
- Schulangst
- Aggressivität
- Clownerie
- Hyperaktivität
- Konzentrationsschwäche
- Andere psychosomatische Störungen
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