Enuresis: Beim Bettnässen wird zwischen dem Einnässen tagsüber (Enuresis diurna) und dem nächtlichen Einnässen (Enuresis nocturna; Nykturie) unterschieden; dabei kommen auch kombinierte Formen vor. Weiterhin unterscheidet man eine primäre - das Kind war noch nie dauerhaft trocken - und eine sekundäre Enuresis, bei welcher das Kind wieder einnässt, nachdem es bereits dauerhaft trocken war.

Primäre Enuresis

Bei der primären Enuresis wird von einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung des Kindes ausgegangen. Eine wichtige Rolle beim nächtlichen Einnässen spielt dabei das antidiuretische Hormon (ADH, Vasopressin), das den Wasserhaushalt im Körper steuert und so auf die Blasenfüllung wirkt.

Eine primäre Enuresis nocturna ist gekennzeichnet durch:
  • tiefen Schlaf
  • schwere Erweckbarkeit bei normalem Schlafverhalten
  • häufiges Einnässen mit großen Urinmengen
  • hohe Einnässfrequenz
  • seltene psychische Begleitsymptome
Sekundäre Enuresis

Bei der sekundären Enuresis spielen wahrscheinlich psychische Ursachen die Hauptrolle. Einnässen kann ein unbewußtes Signal sein: "Etwas stimmt nicht". Näßt ein Kind wieder ein, nachdem es lange trocken war, lassen sich oft unerwartete Veränderungen im Leben des Kindes finden, die es verunsichern.

Bei der sekundären Enuresis nocturna finden sich:
  • ein Rückfall nach einer trockenen Periode von mindestens 6 Monaten
  • häufig psychische Begleitsymptome
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