Enkopresis: Die Begriffe Enkopresis oder Stuhlinkontinenz bei Kindern bezeichnen die Entleerung von Stuhl in die Unterwäsche bei Kindern nach dem vollendeten dritten Lebensjahr - somit nach dem Erlernen der Stuhlkontrolle, die normalerweise im 2. bis 3. Lebensjahr abgeschlossen ist.

Jungen sind etwa dreifach häufiger betroffen als Mädchen. Bei etwa achtjährigen Kindern liegt die Häufigkeit bei 1,5%. Am häufigsten tritt Enkopresis zwischen dem 7. und 9. Lebensjahr und tagsüber auf. In 25% der Fälle gibt es Komorbidität zu Enuresis (Einnässen), was häufiger nachts auftritt.

Wie beim Einnässen unterscheidet man zwischen primären und sekundären Formen:
  • Primäres Einkoten betrifft Kinder über 3 Jahre, die nie gelernt haben, ihren Stuhlgang zu beherrschen.
  • Sekundäres Einkoten betrifft Kinder egal welchen Alters, die schon einmal sauber waren und plötzlich wieder "rückfällig" werden.
Ursächlich unterscheidet man beim Einkoten zwischen zwei Formen:
  1. Retentive Enkopresis, bei der die Ursache eine chronischen Verstopfung ist (80-95% der Fälle).
  2. Nicht-retentive Enkopresis, mit psychischen Ursachen (5-20% der Fälle).
Organische Erkrankungen, z. B. Morbus Hirschsprung oder Spina Bifida, können zwar Ursache einer Enkopresis sein, eine Enkopresis ist aber nur in extrem seltenen Fällen die erste Manifestation dieser Erkrankungen.