| Bulimie: |
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Vom äußeren Erscheinungsbild sind bulimische Frauen/Männer scheinbar normal, meist schlank.
Sie sind sehr gepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Probleme haben und Hilfe
benötigen.
Typisch für Ess-Brech-Sucht (Bulimie; Bulimia nervosa):
- Essverhalten in der Öffentlichkeit ist kontrolliert.
- Auswahl von Light- und fettarmen Produkten für die Mahlzeiten, die "offiziell" gegessen werden
und im Körper bleiben
- Trennen in erlaubte und verbotene Lebensmittel
- Einkauf großer Mengen billiger, leicht verzehrbarer Lebensmittel für die
Essanfälle
- schlingendes Essen bei den Essanfällen
- Horten von Lebensmitteln mit gleichzeitiger Angst davor, Lebensmittel zu Hause zu haben
- manchmal hohe Verschuldungen aufgrund der hohen Ausgaben für Lebensmittel
- keine geregelten Mahlzeiten
- nach außen hin funktioniert alles perfekt, die Fassade stimmt
- Bulimie ist schambesetzt und findet heimlich statt.
- Selbstekel, das Gefühl, abnorm zu sein
- soziale Isolation, Vernachlässigung von Interessen, depressive Verstimmungen
- viele sportliche Aktivitäten
Mögliche diagnostische Hinweise:
- andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht
- krankhafte Furcht davor, dick zu werden
- scharf definierte, sehr niedrige persönliche Gewichtsgrenze
- mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten
- dabei schnelle Aufnahme großer Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher
Nahrungsmittel
- Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten während der Anfälle
- im Anschluss versuchtes Rückgängigmachen der Kalorienzufuhr über:
- selbstinduziertes Erbrechen
- Medikamentenmissbrauch (z. B. Abführmittel, Entwässerungstabletten...)
- strenge Diäten / Fastenphasen
- übermäßige körperliche Betätigung
Diese Verhaltensweisen können einzeln oder parallel auftreten.
Die körperlichen Folgeschäden sind, je nachdem wie versucht wird die Essanfälle
rückgängig zu machen, unterschiedlich: Es können Herzrhythmusstörungen,
Kreislaufprobleme, Zahnschmelzschäden, Elektorlytentgleisungen (Kalium-/Magnesiummangel) und/oder
Nierenschäden auftreten.
Die Regelblutung kann ausbleiben, Schlafstörungen, Haarausfall und/oder Konzentrationsstörungen
können auftreten.
Zu den seelischen Folgen gehören starkes Ambivalenzverhalten, "Wenn-Dann-Denken",
"Schwarz-Weiß-Denken", Perfektionismus, Abwertung der eigenen Person und anderen bis hin zu Selbsthass
und Depressionen. Häufig kommt es zu Verleugnung der Essstörung und die Betroffenen sind
bemüht, eine unauffällige Fassade aufrecht zu erhalten. Es kommt zu Schamgefühlen und zu
Rückzugsverhalten.
Mehrfachabhängigkeiten mit Alkohol, Drogen, Medikamenten oder Kaufsucht kommen vor; auch
selbstverletzendes Verhalten kann zusätzlich auftreten.
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