Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen Bei der Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) fallen ein oder mehrere Leistungen der auditiven Verarbeitung oder Wahrnehmung aus.

Die verschiedenen Leistungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung, die jeweils einzeln ausfallen können sind:
  • Auditive Lokalisation: basiert auf dem Richtungshören (Wo kommt ein Geräusch her?).
  • Auditive Selektion: Das Herausschälen eines interessierenden Hörereignisses gegenüber konkurrierenden Geräuschen beruht auf einer funktionierenden auditiven Lokalisation.
  • Auditive Differenzierung: gemeint ist die Fähigkeit, ähnlich klingende Laute voneinander unterscheiden zu können.
  • Auditive Merkfähigkeit: Das kurzfristige Behalten von gehörter Information ist für die bewusste Verarbeitung von zentraler Bedeutung. Störungen hierbei werden insbesondere auch im Vorfeld einer Lese-Rechtschreib-Schwäche diskutiert.
  • Auditive Analyse und Synthese: Die Unterscheidung insbesondere der muttersprachlich bedeutungsunterscheidenden Laute (Phoneme) stellt eine sehr anspruchsvolle Leistung der auditiven Wahrnehmung dar.
Neben den genannten Aspekten fällt vor allem das Schutzverhalten aufgrund von Geräuschüberempfindlichkeit, Schreckhaftigkeit und die Ermüdung bei Anforderung auf.
Viele dieser Auffälligkeiten treten auch als Folgestörungen bei einer Schwerhörigkeit auf, weshalb diese zuerst auszuschließen ist.
Andersherum gehen AVWS oft mit vielen anderen Schwierigkeiten wie Sprachentwicklungsverzögerungen, Mängeln in der phonologischen Bewusstheit (wenn sie nicht als Teil der AVWS aufgefasst wird), sozialen Rückzugs- bzw. Integrationsproblemen einher.

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