background Hände

Visuelle Wahrnehmung

Figur-Grund-Wahrnehmung

Die Figur-Grund-Wahrnehmung ist die Fähigkeit, übereinander stehende, versteckte und sich überkreuzende Figuren zu erkennen und zu ergänzen. Das Kind lernt durch Übungen in diesem Bereich, sich auf wichtige Stimuli zu konzentrieren, durch Unterscheiden von Details diese Figur zu sehen und sie von ihrem Hintergrund abzuheben. Hierdurch bekommt das Kind grundlegende Fähigkeiten, gezielte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen zu erbringen und zu einem organisierten Verhalten zu gelangen.

Formwahrnehmung

Mit Hilfe dieser Fähigkeit werden Formen voneinander unterschieden, zu Paaren geordnet oder entsprechenden Abbildungen zugeordnet. Ein Kind kann bereits ab ca. 2 Jahren einfache geometrische Figuren in einen Kasten mit entsprechenden Lücken plazieren.

Visuomotorische Koordination

Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit, das Sehen mit den Bewegungen des Körpers zu koordinieren. Wenn man z. B. nach einem Gegenstand greift, muss die Bewegung der Hände durch das Sehen gesteuert werden. Auch wenn man einen Ball prellt oder ihn auffängt, erfolgt eine Koordination von Auge und Motorik (Auge-Hand-Koordination).

Beim Kind existiert zunächst noch ein Reflex: Sehen bzw. Berühren -> Greifen. Jeder Gegenstand, der seine Handfläche berührt, wird von ihm festgehalten. Ab ca. 6-9 Monaten beginnt das Kind, gezielt zu greifen. Zunehmend wir der Mund nicht mehr das wichtigste Tastorgan, sondern die Augen, Hände und Finger werden mehr und mehr zur Erkundung der Dinge eingesetzt. Anfangs sind die Augen den Händen noch voraus. Das Kind sieht den Gegenstand, bevor es nach ihm greifen kann. Später kann das Kind auch blind (ohne Augenkontrolle) greifen. Es übt sich im gezielten Greifen.

Die Hand-Auge-Koordination übt das Kind z. B. beim Bauen mit Klötzen und Konstruktionsmaterial (Türme bauen mit Holzklötzen etc.). Das Zusammenwirken von Auge und Hand spielt auch in der Schule beim Schreiben, beim Basteln und handwerklichen Arbeiten, vor allem aber auch bei Bewegungsaktivitäten und beim Sport eine Rolle (Bälle werfen und auffangen, ein Tor treffen und in einen Basketballkorb zielen).

Wahrnehmung der Raumlage

Im Laufe seiner Entwicklung erwirbt das Kind die Erkenntnis, dass es selbst, räumlich gesehen, der Mittelpunkt seiner eigenen Welt ist. Es nimmt die Gegenstände als hinter, vor, über, unter, neben sich wahr. Die Wahrnehmung der Raumlage ist also die Wahrnehmung der Beziehung eines Gegenstandes zum Betrachter.

Kinder mit Störungen in der Raumwahrnehmung können unsicher und ungeschickt in ihrer Bewegungen sein. Spätestens bei schulischen Aufgaben werden ihre Schwierigkeiten offensichtlich: sie verwechseln Zahlen wie '36' und '63' und Buchstaben wie 'b' und 'd'.

Wahrnehmung der räumlichen Beziehungen

Die Wahrnehmung der räumlichen Beziehung ist die Fähigkeit, die Lage von zwei oder mehreren Gegenständen im Bezug zueinander und zu sich selbst wahrzunehmen. Zur Wahrnehmung der räumlichen Beziehungen gehört auch das Erfassen von einer Form und wie diese Form oder Gestalt im Raum liegt.

Ein Kind, das z. B. mit einer Bleischnur die Umrisse von geometrischen Figuren oder von Buchstaben oder Zahlen nachlegen will, muss die Lage der Schnur zu sich selbst, ebenso wie die Lage der Schnurteile zueinander wahrnehmen.

Wahrnehmungskonstanz

Durch die Wahrnehmungskonstanz sind wir in der Lage, die Eigenschaften eines Gegenstandes wie Form, Farbe, Lage oder Größe trotz unterschiedlichen Netzhautbildes zu erkennen. Dies ist eine wichtige Vorrausetzung z. B. für das Lesenlernen, wobei das Kind einen Buchstaben erkennen muss, auch wenn er in einem anderen Wort vorkommt oder in einer anderen Schrift geschrieben ist.

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