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Systemische Einzel, Paar und Familientherapie

"Ein System ist eine Ganzheit. Jedes Teil ist mit jedem so verbunden, dass jede Änderung eine Änderung des Ganzen bewirkt ..."

Im Mittelpunkt der systemischen Theorie stehen "soziale Systeme". Diese sind zum Beispiel die Mitglieder einer Familie wie Vater, Mutter und Kinder; bei Heimkindern sind es die leiblichen Eltern und die Erzieher, bei Erwachsenen der Lebensgefährte.

Die systemische Theorie achtet auf die Mitglieder eines Systems und auf den Kontext. Das bedeutet: die Lebenssituation, der Alltag und die Rahmenbedingungen, in denen die Familie lebt, sind von Bedeutung. Im Fokus stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das, was zwischen den Beteiligten geschieht und wie sie miteinander umgehen, wird genau betrachtet.

Die Therapieform ist auch bekannt unter dem (veralteten) Begriff "Familientherapie". Die Methode entstand, als Kinder- und Jugendpsychiater erkannten, dass Symptome bei Kindern, wie z. B. Bettnässen oder Stottern, häufig nur kurzzeitig nach einer Therapie verschwanden, dann aber im Kreis der Familie oft ein neues Problem auftauchte oder ein anderes Familienmitglied erkrankte. Die Therapeuten begannen, Eltern und Geschwister zu den Therapiesitzungen einzuladen und die Therapie mit der ganzen Familie zu führen. Es zeigte sich, dass Symptome und Probleme dauerhafter verschwanden und Rückfälle seltener wurden.

Die Begriffe "Beratung" und "Therapie" werden in Hinblick auf die Zielsetzung unterschieden. Während bei der Therapie meist eine Erkrankung und somit die "Heilung" im Mittelpunkt steht, geht es in der Beratung vielmehr um ungeklärte Situationen, um anhaltende Konflikte oder offene Fragen, die die Betroffenen mit Hilfe der Beratung klären möchten.

Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemischen Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein).

Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Paaren und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmässigen und oft größeren Abständen stattfinden. Dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten.

Wo in einer Familie Selbstausdruck nicht möglich ist ohne die Selbstachtung zu verlieren, kommt es zu Störungen. Störungen sind daher immer zugleich Störungen der Selbstachtung, des Selbstwerts.

Jeder Mensch trachtet danach zu (über)leben, zu wachsen und nahe bei anderen zu sein. Alles Verhalten drückt diese Zeile aus, unabhängig davon, wie gestört es erscheinen mag... Das, was die Gesellschaft krankes, verrücktes, dummes oder schlechtes Verhalten nennt, ist in Wirklichkeit der Versuch seitens des ge-kränk-ten Menschen, die bestehende Verwirrung zu signalisieren und um Hilfe zu rufen.

Wie könnte ein menschliches Wesen aussehen, das menschlicher lebt?

Es ist eine Person, die ihren Körper versteht, wertschätzt und entwickelt, ihn schön und nützlich findet; eine Person, die real und ehrlich zu sich selbst, über sich und andere ist; eine Person, die bereit ist, Risiken auf sich zu nehmen, kreativ zu sein, kompetent zu sein, sich zu ändern, wenn es die Situation erfordert, und Wege zu finden, um Neues und Verschiedenartiges aufzunehmen; den Teil des Alten, der noch nützlich ist, zu behalten und den Teil, der es nicht ist, abzulegen.

All dies zusammengenommen macht ein körperlich gesundes, geistig waches, fühlendes, liebendes, spielerisches, authentisches, kreatives und produktives menschliches Wesen aus. Es kann auf den eigenen beiden Füssen stehen, es kann tief lieben sowie fair und effektiv kämpfen. Es steht in gleicher Weise zu seinen zarten Seiten wie zu seinen zähen und kennt die Unterschiede zwischen beiden. Es kann sich deshalb wirksam bemühen, seine Ziele zu erreichen.

[Aus: Virginia Satir: "Selbstwert und Kommunikation"]

Parallelen der tiergestützten Therapie zum Ansatz der systemischen Familientherapie

Virginia Satir sagte:" Unsere Ressourcen werden durch das Gefühl, bewertet zu werden, gehemmt."

"Tiere und Kommunikation"

Zum Vergleich: Verbale (digitale) Kommunikation

[Aus: Prof. Dr. Erhard Olbrich: "Wie Tiere Kindern helfen können". Vortrag; Rothenburg, 2005]

Virginia Satir beschrieb vier Kommunikationsformen, die als Stressreaktionen auftreten, wenn das Selbstwertgefühl in der Interaktion bedroht ist:

  • Beschwichtigen
  • Anklagen
  • Rationalisieren
  • Ablenken
Klammer zum Aufbau des Selbstwertgefühls

Virginia Satir erarbeitete die fünfte, die kongruente Kommunikationsform.

Bei dieser Kommunikationsform spricht die Stimme Worte, die mit Mimik, Körperhaltung und Ton übereinstimmen.

Eine Person, die kongruent ist, strahlt etwas Integrierendes, Offenes, Lebendiges aus.

Kongruent sein befähigt zur: Integrität, Verantwortung, Ehrlichkeit, Intimität, Kompetenz, Kreativität und der Fähigkeit mit realen Problemen auf eine realistische Art fertig zu werden.

Kongruentes Verhalten kann man nicht simulieren.

Kongruentes Verhalten entspricht der nonverbalen (analogen) Kommunikation, wie sie den Tieren zu eigen ist. Eine Kommunikation, die wir seit Urzeiten kennen, die keine "double-bind"-Botschaften aussendet und nicht verwirrt. Dies schafft eine stabile emotionale Basis.

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