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Perfetti

Perfetti geht davon aus, dass eine Rehabilitation nichts anderes ist als ein Lernprozess unter pathologischen Bedingungen. Er fordert von den Patienten eine "bewusste" oder "bewusst gemachte" Vorstellung über den Ablauf einer Bewegung bzw. die Stellung oder Position eines Körperteils sowie der jeweils angewandten Kraftdosierung.

Dahinter steht die Auffassung, dass der für die Motorik zuständige Teil des Gehirns angeregt werden muss und die Bewegung in der Vorstellung vollständig gelingt, unabhängig davon, wie sie konkret ausgeführt werden kann. Die konkrete Ausführung der Bewegung wird in Relation gesetzt zu der Vorstellung und immer wieder korrigiert.

Bewegungsfähigkeit wird nur dann zur Zufriedenheit wieder hergestellt, wenn sie in einem Zusammenhang mit kognitiven Prozessen gesehen wird. Die kognitiven Prozesse, die bei einer Bewegung im Gehirn ablaufen, sind für die Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Je besser es gelingt, die kognitiven Fähigkeiten im Sinne der Vorstellung einer Bewegung wiederherzustellen, desto besser ist auch die konkrete Bewegungsfähigkeit und die Bewegungskontrolle.

Diese Erkenntnis wird in die Rehabilitationsübungen mit eingebaut, indem versucht wird, das Bewusstsein aktiv die Kontrolle über die körperlichen Feedback-Mechanismen ausüben zu lassen. Die Betroffenen führen die meisten Übungen mit geschlossenen Augen aus. So werden Tastsinn und die Tiefenwahrnehmung angeregt, die bei der Organisation von Bewegungen eine sehr wichtige Rolle spielen.

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